© Lila Tilla Tours

Winkelige Gässchen, gepflegte Häuser mit schmucken Barockfassaden und lauschigen Pawlatschenhöfen sowie chice Lokale laden heute zum Bummeln und Verweilen ein. Auch früher war der „Spitalberg“ für seine zahlreichen, aber höchst übel beleumundeten Wirtshäuser – oder besser gesagt – Spelunken bekannt. Vor den Toren der Stadt befand sich das gar nicht feine Vergnügungsviertel mit Bier, Weib und Gesang. Von Türken, der Pest, aber auch von Bierhäuselmenschern und Spittelbergnimpfen wird bei dieser Grätzeltour die nicht gerade jugendfreie Rede sein.
Wir beginnen unsere Tour allerdings in und um St. Ulrich, der eigentlichen Keimzelle des heutigen 7. Bezirks. Hier dominiert die barocke Kirche das umliegende „Dorf“.

Guide

Ina Hauer

Ina Hauer / Spittelberg

Der Spittelberg wird in einigen Publikationen als „Biedermeierviertel“ bezeichnet und mit Prädikaten wie „malerisch“ und „romantisch“ gepriesen. Wiewohl der Biedermeiermaler Friedrich Amerling hier geboren wurde, finden wir bei genauerer Betrachtung nicht viel Biedermeierliches, vielmehr stammen die meisten der kleineren Häuser aus der Barockzeit. Bieder ging es hier auch nicht zu, schließlich waren übelbeleumundete Spelunken die Hauptanziehungspunkte auf dem einstigen „Venusberg“ und die „Liebe“ hier war weniger romantisch als käuflich. – Es zahlt sich also aus, einen genaueren Blick auf die Geschichte und Geschichten von diesem heute angesagten Szeneviertel zu werfen. Mein Anspruch an Grätzelführungen ist es, immer wieder vorgebrachte Clichées zu hinterfragen und an der hübschen Oberfläche der Fassaden zu kratzen, um näher in das Leben der sogenannten „einfachen“ Leute einzutauchen und dem Wandel nachzuspüren